26.07.19

Mal wieder Buchtipps zum Überbrücken

In einem kurzen Absatz kann ich einen Überblick über den aktuellen Projektstand geben. Weil das etwas wenig ist, ergänze ich diesen Blogbeitrag mit zwei Buchtipps für die Sommerpause...

Lesetipps

Gemeinde geht weiter, von Steffen Schramm und Lothar Hoffmann

"Die Kirchengestalt, die in den letzten 50 Jahren kirchliches Leben geprägt hat, vergeht - nicht weil die Kirchen und ihre Mitarbeitenden versagt, zu wenig gearbeitet oder sich zu wenig bemüht hätten. Sie vergeht, weil sich die Rahmenbedingungen fundamental verändern. Die beiden großen Kirchen leben unter neuen Realitäten. Mit ihnen geht es umzugehen" (S. 9).

Steffen Schramm und Lothar Hoffmann nehmen die Leserin und den Leser mit auf eine Reise durch die Entwicklung der deutschen Landeskirchen von 1800 bis in die Gegenwart. Sie beschreiben die Entstehung des Parochiemodells und die immer weitergehende Ausdifferenzierung kirchlicher Angebote. Dieser Rückblick macht es möglich, entspannt zu fragen, welche Strukturen unserer Kirche noch in die aktuelle Zeit passen und wo eine Veränderung notwendig ist.

Die Autoren schlagen vor, die Phase der ausdifferenzierten Angebote hinter uns zu lassen und stattdessen Kirche als Netzwerk zu denken. Sie machen sich Gedanken über die theologischen Grundlagen und fragen, was der Netzwerkgedanke für die derzeitigen Parochien und Funktionsstellen bedeutet. Außerdem beschreiben Sie, wie Leitung in einer Netzwerkorganisation aussehen kann.

Ein zweiter Teil besteht aus konkreten Anregungen für einen kirchlichen Veränderungsprozess, in sieben Schritten. Dieses Vorgehen eignet sich für einen kleinen Teilbereich (z.B. die Konfirmandenarbeit einer Kirchengemeinde) und für größere Zusammenhänge. Die vorgestellten Arbeitsblätter können heruntergeladen und direkt verwendet werden. 

Steffen Schramm und Lothar Hoffmann. Gemeinde geht weiter. Theorie- und Praxisimpulse für kirchliche Leitungskräfte. Verlag W. Kohlhammer, 2017

Entscheiden im Hören auf Gott, von Andreas Kusch

Ich finde es nicht einfach, in meinem Gremienalltag den richtigen Weg zu finden, "das Christliche" lebbar zu machen.

Manchmal ist es einfach eine pragmatische Zeitfrage: Wir sitzen aus einem konkreten Grund zusammen, besprechen dieses eine Thema und vertrauen darauf, dass der Heilige Geist dauerhaft in uns wirkt. Und ob eine schnell vorgelesene Tageslosung besser ist, sei dahingestellt.

Manchmal bremst mich aber auch die Sorge, die Frohe Botschaft für meine Zwecke zu instrumentalisieren. Wenn ich Streit befürchte, könnte die Sitzung doch mit einem Impuls zur brüderlichen Gemeinschaft beginnen. Und "Vertraut den neuen Wegen" wäre ein super Einstieg, wenn ich unter TOP 4 eine weitreichende Strukturveränderung vorschlagen will.

Das Buch von Andreas Kusch beginnt mit der "Theologie einer hörenden Spiritualität". Hier zeigt der Autor auf, dass es eben nicht darum geht, christliche Botschaften zu einem konkreten Zweck einzubauen. Er plädiert dafür, unsere Gremienarbeit und Entscheidungsfindungen so zu gestalten, dass Räume entstehen, in denen bewusst auf Gott gehört werden kann.

Im zweiten Teil des Buches werden 45 Methoden vorgestellt, wie das geschehen kann. In dieser bunten Vielfalt finde ich wertvolle Anregungen, auch wenn ich nicht mit jedem Vorschlag etwas anfangen kann.

Andreas Kusch. Entscheiden im Hören auf Gott. 45 Methoden für das Arbeiten und Planen in der Gemeinde. Vandenhoeck & Ruprecht, 2017

Ich wünsche eine schöne Sommerferienzeit!

Ihr Benedikt Osiw

PS: Ich bin im Sommer da, außer vom 12.-18. August. Falls Sie die heutige Auskunft nicht zufriedenstellt oder Sie konkrete Fragen haben, melden Sie sich einfach. benedikt.osiwdontospamme@gowaway.elk-wue.de oder 0711 2149-598.