26.04.18

Werden wie 1&1?

Wir leben in einer Dienstleistungsgesellschaft. Erreichbarkeit, Geschwindigkeit und Service werden in vielen Bereichen erwartet. Was bedeutet das für uns als Kirche? Müssen wir uns da anpassen? Oder sind wir nicht eher eine Gemeinschaft, für die das Bild einer Familie viel besser passt? Wo ist (Ihre) Kirche gut darin? Und wo klappt etwas noch gar nicht?

Kennen Sie den Werbeclip von 1&1? Eine Frau bestellt online einen neuen Telefonvertrag. Sie klickt auf „bestellen“. In der nächsten Sekunde rennt ein Mann in eine Lagerhalle. Er greift sich ein DSL-Modem, springt auf ein Motorrad und rast zur Kundin. Sekunden später klingelt er an ihrer Haustür. Der Film ist herrlich überdreht, Werbung halt. Aber er spiegelt unsere ganz normale Erwartungshaltung. Wenn ich etwas online bestelle, erwarte ich, dass das Produkt morgen bei mir ist. Gut funktionierende Servicehotlines sind rund um die Uhr erreichbar und haben alle Daten vorliegen.  Wir erwarten optimierte Verwaltungsabläufe, Erreichbarkeit und Tempo, Tempo, Tempo.

Und wir als Kirche?

Wenn „Kunden“ wissen wollen, wann und wo in der Region das nächste Bach-Konzert stattfindet, wie sie ihr Kind taufen lassen können oder wo sie sich ehrenamtlich einbringen können, wie schlagen wir uns im Vergleich? Und wollen wir das überhaupt!?! Der Barmherzige Samariter hatte keine Imagekampagne nötig. Und ein Hauskreis lebt davon, dass Menschen sich vertrauen und gemeinsam beten und nicht von professioneller Organisation. Sind wir Dienstleister? Oder eher Glaubens-Familie?

Struktur on Tour, 3.5.2018: "Dienet" ist ok. Dienstleister sein auch?

Ernst-Wilhelm Gohl, Birgit Grünelt, Carsten Matthäus

Ernst-Wilhelm Gohl, Birgit Grünelt, Carsten Matthäus

Am Donnerstag, den 03.05.18 diskutieren wir diese Themen in Ulm, unter anderem mit folgenden Gästen:

  • Ernst Wilhelm Gohl, Ulm. Als Synodaler setzt er sich im Strukturausschuss unserer Landessynode für zukunftsfähige Strukturen ein, mit dem Motto „Eine Kirche in der Tradition der Reformation weiß, dass Veränderungen nicht bedrohlich sein müssen. Nicht wir Menschen bauen Kirche, sondern Christus. Deshalb gibt es weder Grund zur Resignation, noch zu vorschnellem Aktivismus.“ Als Dekan des Kirchenbezirks Ulm erlebt er die Entwicklung der Kirchengemeinden eines ganzen Bezirks. Und als Pfarrer am Ulmer Münster erlebt er die Erwartungshaltung an Kirche an einem ganz besonderen Ort.
  • Birgit Grünelt, Biberach. Birgit Grünelt ist Geschäftsführerin im Evangelischen Dekanatamt Biberach. Sie ist langjährige Expertin für alle praktischen Abläufe in Kirchengemeinde und Kirchenbezirk.
  • Carsten Matthäus, München. Carsten Matthäus ist Marketingexperte. Er ist Geschäftsführer der Beratungsagentur SZ-Scala des Süddeutschen Verlags. Mit dem professionellen Blick von außen berät er zurzeit die Landeskirche bei der Frage, wie die Öffentlichkeits- und Pressearbeit in Zukunft gestaltet werden kann.

Im Anschluss diskutieren wir gemeinsam weiter. Herzliche Einladung: 03.05.18, 19.30-21.30 Uhr, Haus der Begegnung Ulm. Und ab dem 08. Mai finden Sie die Diskussion im Netz, in der bewährten Kurz- und Langfassung. Ich freue mich, Sie zu treffen, zu lesen oder zu hören! Ihr Benedikt Osiw

PS: Safe the dates: Struktur on Tour am 14.06. in Filderstadt (Lokal, regional, digital) und am 12.07. in Dettingen/Erms (Häuptlinge und Indianer)

Dieses Formular benötigt Javascript / This form needs Javascript