25.03.20

Schau mer mal

Die Coronazeit verändert auch das Projekt Strukturen 24+. Unsere Absprachen werden digital. Und wir sind gespannt, wie sich das gesamte Projektdesign entwickelt.

Im Oktober 2019 hat die Landessynode beschlossen, dass die neuen Strukturen in einer zweijährigen Pilotphase erprobt werden sollen. Also haben wir einen Projektplan entwickelt, Partner für die Umsetzung gefunden und sind gerade dabei, diesen Projektplan Schritt für Schritt umzusetzen. Ein wichtiger Projektbestandteil ist die Erprobung des neuen Berufsbildes "Assistenz der Gemeindeleitung". Bis zu den Osterferien wollten wir dafür Vereinbarungen mit 10 bis 15 Kirchengemeinden aus den Pilotregionen treffen. Drei Gespräche haben stattgefunden, die anderen Termine bauen wir gerade um, zu E-Mailinfo+Telefonat+Videokonferenz-Veranstaltungen. Den Input, den wir für diese Startgespräche entwickelt haben, stelle ich hiermit ins Netz:

Das Startgespräch "Assistenz der Gemeindeleitung"

  • add Die Rahmendaten des Startgesprächs

    Am Startgespräch beteiligt sind aus der Kirchengemeinde die SekretärInnen, KirchenpflegerInnen und VerwaltungsmitarbeiterInnen und optimalerweise die/der geschäftsführende PfarrerIn und der/die ehrenamtliche KGR-Vorsitzende. Laut Plan dabei sind außerdem ein/e VertreterIn der regionalen Verwaltung dabei (z.B. Leitung des Dienstleistungszentrums oder der großen Kirchenpflege, die die Rolle der Regionalen Verwaltung im Piloten übernimmt). Und dabei wäre außerdem ich, als Vertreter des Projekts.

    Für das Startgespräch waren zwei Formate vorgesehen: Im Piloten Blaubeuren-Ulm hätte am 25.03. eine gemeinsame Veranstaltung für alle beteiligten Gemeinden stattfinden sollen. Im Bereich Rems-Murr hatten wir Gespräche in den Gemeinden geplant (und auch drei Gespräche bereits durchgeführt).

    Dauer: 90-120 Minuten.

     

     

  • add Eine kurze Standortbestimmung

    Zum Einstieg zeichnen wir in kompakter Form die Entwicklung des Projektes nach:

    • Der formelle Projektablauf: Start im Januar 2018, Beschluss der Landessynode im Herbst 2019.
    • Die zwei Projektziele: Bestmögliche Unterstützung und Entlastung für PfarrerInnen und Ehrenamtliche in den Kirchengemeinden. Und attraktive, besetzbare und gut ausgestattete Stellen in der kirchlichen Verwaltung.
    • Begriffsklärung: Verwaltung als Leitungshandeln (bleibt unbestritten beim Kirchengemeinderat und seinen Vorsitzenden, KGO § 16). Und Verwaltung als operatives Verwaltungshandeln. Hier ist das Ziel, eine möglichst vollständige Delegation zu erreichen.
    • Die Schwachstellen unseres derzeitigen Systems, die beseitigt werden müssen, um die oben genannten Ziele zu erreichen.
    • Der Beschluss der Landessynode: Ein Zielbild für unsere Verwaltungstruktur im Jahr 2030.
    • Der Ausblick, wie die Kirche plant, von 2019 bis zum Zielbild 2030 zu kommen.
    • Ein Überblick, wo die Pilotphase gerade steht.

    Und hier das Dokument, das wir zu diesen Gesprächen mitbringen wollten.

  • add Die Erläuterung, wieso Sekretariat und Kirchenpflege in ein gemeinsames neues Berufsbild überführt werden sollen

    Die Begründung, wieso das neue Berufsbild nicht als Wahlamt, sondern als Angestelltenstelle konzipiert wird.

    Zentral ist natürlich auch die Erläuterung, wieso das neue Berufsbild Assistenz der Gemeindeleitung entwickelt wurde. Das haben wir bei der Vorstellung der Anhörungsergebnisse folgendermaßen zusammengefasst:

    • Nach Verlagerung von Aufgaben zu einer regionalen Verwaltung verändert sich das Berufsbild.
    • Zusammenlegung reduziert langfristig die Anzahl kleiner Deputate
    • Bei nur einem Berufsbild sind Vertretung, Fortbildung und Ausbildung einfacher gestaltbar.

    Die Folien und den Vortrag dazu als Video finden Sie hier (Folien 22-23, im Video ab Minute 24).

     

     

  • add Fragen und Antworten

    Und dann wollen wir uns viel Zeit für das Gespräch nehmen. Wie ist die Ausgangslage in der Gemeinde? Was beschäftigt die einzelnen Personen? Welche Erwartungen hat die Gemeinde an das Projekt? Dafür wäre ein Vorort-Termin optimal. Das muss jetzt bestmöglich durch Telefonate oder Videokonferenzen ersetzt werden. Per E-Mail erhalten die Gemeinden folgende FAQs:

    • Was hat die Kirchengemeinde davon? Sie kann das neue Berufsbild aktiv mitgestalten. Die Kirchengemeinde beschäftigt sich in einem strukturierten Prozess mit der Frage, wie sie bestmöglich organisiert sein kann und bekommt dafür die Unterstützung, die sie benötigt. Notwendige Büroausstattung wird über das Projekt erstattet.
    • Welcher Mehraufwand entsteht? Neben (geplant) zwei Startsitzungen sind ca. drei Vernetzungstreffen der beteiligten Kirchengemeinden pro Jahr vorgesehen. Außerdem wird voraussichtlich monatlich durch ein Onlineformular erhoben, welche Aufgaben wie viel Zeit in Anspruch genommen haben. Diese zeitlichen Mehraufwände können aus Projektmitteln erstattet werden. Erfahrungsgemäß entsteht erhöhter Abstimmungsbedarf, wenn sich Arbeitsabläufe ändern. Hier wird zu klären sein, ob die Teilnahme am Pilotprojekt der Grund für diesen Klärungsbedarf ist oder nur der Anlass. Hier gehe ich von pragmatischen Absprachen aus, was als Aufwand dem Projekt zugerechnet werden kann. Für Juli ist außerdem eine landesweite Klausur vorgesehen. Der Teilnehmerkreis steht noch nicht fest, es wird aber sicher nur eine Einladung zur freiwilligen Teilnahme geben.
    • Welche Kirchengemeinden kommen dafür in Frage? Alle Kirchengemeinden in den Pilotregionen. Wenn es zu einem verbindlichen Einführungsbeschluss im Jahr 2022 kommt, werde alle Kirchengemeinden diese Umstellung vollziehen. Daher ist es sinnvoll, in der Pilotphase unterschiedlichste Situationen einzubeziehen. Von Projektseite gibt es auch eine große Offenheit, die Pilotierung auf die Situation und auf die Bedürfnisse der Gemeinde anzupassen. Wichtig ist eine grundsätzliche Offenheit des Kirchengemeinderates und der beteiligten Personen.
    • Wie sieht der Stellenumfang in der Probephase aus? Bleibt es bei den bisherigen Stunden für Sekretariat und Kirchenpflege? Der Stellenumfang bleibt in der Pilotphase (bis Ende 2021) grundsätzlich gleich. Sollte es sich ergeben, dass sich der Umfang der Aufgaben durch das neue Stellenprofil ändern würde, werden diese Änderungen nur im Einvernehmen mit den Beteiligten Personen und der Kirchengemeinde durchgeführt. Es besteht im Rahmen des Projekts auch die Möglichkeit, sich ergebende Änderungen am Stellenumfang zu dokumentieren und die Konsequenzen für den Regelbetrieb zu beschreiben, diese aber nicht umzusetzen.
    • Bleibt es bei den jeweiligen Eingruppierungen oder ändert sich dies während des Projekts? Wir starten in die Pilotierung, ohne an der Vergütung der beteiligten Personen etwas zu ändern. Wir sichern den beteiligten Personen zu, dass sie durch die Teilnahme an der Pilotierung keine Verschlechterung zu befürchten haben. Wenn es sich nach einer Startphase ergibt, dass die Vergütung der Assistenz der Gemeindeleitung über der derzeitigen Vergütung liegt, soll diese Veränderung auch bis zum Ende der Pilotierung umgesetzt und aus Projektmitteln finanziert werden.
    • Was passiert am Ende des Projekts? Die Pilotphase wird so gestaltet, dass die Veränderungen rückabgewickelt werden können. Natürlich liegt es aber in der Natur der Sache, dass neue Strukturen und Abläufe, die über ein Jahr lang erprobt werden, die Situation der Gemeinde verändern, auch wenn formell auf den Ausgangspunkt zurückgekehrt werden sollte.

Und nun? Schau mer mal

Wie es insgesamt weitergeht, kann im Moment keiner sagen. Sollte nach Ostern der Normalbetrieb wieder startet, haben wir ein paar Wochen Verzögerung im Projektablauf. Und dafür haben wir digitales Arbeiten geübt und neue Kommunikationsformate erprobt. Gemeinsam mit den Pilotkirchengemeinden gehen wir davon aus, dass die Erprobung des neuen Berufsbildes in der geplanten Weise stattfinden kann.

Wenn sich die Kirche und unsere Rahmenbedingungen durch Corona einschneidender ändern sollten, wird sich auch dieses Projekt anpassen. Im Moment fahren wir auf Sicht und arbeiten Schritt  für Schritt an den gesteckten Zielen.

Jetzt heißt es abwarten, beten und weitersehen. Für Fragen und Anregungen stehe ich gerne zur Verfügung, sogar über die normale Telefonnummer 0711 2149-480 (Rufnummerumleitung sei Dank).

Liebe Grüße

Benedikt Osiw

In diesen Zeiten gilt:

Nicht alles ist abgesagt. Regenbogen über der Röhn, mutmachender Text

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