17.07.18

Wer hat die Macht in der Kirchengemeinde?

Mit der Macht in der Kirche ist es so eine Sache:

Wir arbeiten doch alle gemeinsam daran, das Evangelium in Wort und Tat zu verkündigen. Wir sind eine Dienstgemeinschaft, die vertrauensvoll zusammenarbeitet (So ähnlich steht es im Mitarbeitervertretungsgesetz, gleich in der Präambel).Und wenn Leitung schon sein muss, dann gerne gemeinsam: Kirchengemeinderat und Pfarrerinnen und Pfarrer leiten gemeinsam die Gemeinde (Das ist jetzt Kirchengesetz im Wortlaut: § 16 Abs. 1 KGO). Zu dem Thema kann man auch DIE Grundlagentextesammlung für kirchliches Arbeiten zitieren: Wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein (Markus 10:43).

 

Am letzten Donnerstag haben Bärbel Hartmann (Pfarrerin und Leiterin des Stifts Urach), Wolfgang Budweg (Ehrenamtlicher), Robert Manak (MAV-Vorsitzender) und Kai Münzing (Kirchenpfleger und Landessynodaler) das Thema andiskutiert:

Wenn sich Organisationsstrukturen ändern, verlagert sich auch die (formelle und informelle) Machtverteilung. Und daran ist schon der ein oder andere Veränderungsprozess gescheitert. Deshalb freuen wir uns über Ihre Rückmeldungen und Kommentare (direkt hier unten oder auf einem anderen Weg). Was müssen wir auf jeden Fall beachten? Und welche Fehler und Fettnäpfchen können wir vermeiden?

Sommerliche Grüße

Ihr

Benedikt Osiw

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Breliere Jutta 20.07.2018 07:52

Wichtig wäre, die Mitarbeiter/innen einer Kirchengemeinde da einzusetzen, wo sie ihre Fähigkeiten (Berufsausbildung) haben, d. h. ein Pfarrer der Theologie studiert hat kann kein Geschäftsführer mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen sein, dazu fehlt ihm/ihr die Ausbildung. Sein Augenmerk liegt auf der Verkündigung des Wortes und darauf sollte er sich konzentrieren können und nicht mit Verwaltungskram überschüttet werden. Für die Verwaltung gehören Vorort qualifizierte Fachkräfte die dann auch die Geschäftsführung so wie die Finanzen übernehmen.
Bei kleineren Kirchengemeinden kann man ja einen Verbund von 5-6 Kirchengemeinden bilden und dafür eine entsprechende Verwaltungskraft einstellen, außerdem Springer die im Urlaubs- u. Krankheitsfall vertreten.

Benedikt Osiw 19.07.2018 09:29

@ Herr Fuchs: Vielen Dank für die konkrete Anmerkung! Das Thema wird im Rahmen der Digitalisierungsstrategie angegangen, unter dem Stichwort "Gemeindesoftware": https://www.elk-wue.de/leben/digitalisierungsprojekt/.

Jakob Fuchs 18.07.2018 08:38

Eine wirkliche Beteiligung von Ehrenamtlichen an der Gemeindearbeit hängt nicht zuletzt an eine gleichwertigen Ressourcen-Ausstattung. So wirkt das Projekt "PC im Pfarramt" etwa eine Beteiligung von KGRs und Ehrenamtlichen *entgegen*, wenn wichtige regionale Absprachen über den - nur Hauptamtlichen zugänglichen - Sharepoint laufen. Dies ist in der Tat ein technisch-strukturelles Problem, das vonseiten des OKR behoben werden kann.

Gerhard Rominger 17.07.2018 18:43

In der Zukunft steht für mich an erster Stelle die Dienstgemeinschaft (Pfarrer und Kirchengemeinderat leiten die Kirchengemeinde) zwischen PfarrerInnen und dem Kirchengemeinderat. Hier muss Klarheit geschaffen werden wer was macht oder für was zuständig ist, je nach Begabung oder Berufung. Dann das ganze auf Augenhöhe zwischen Theologen und Ehrenamtlichen gelebt werden. Diese Augenhöhe fehlt mir oft zwischen Haupt-und Ehrenamtlichen. Viele Ehrenamtliche bringen große Erfahrung mit ins Ehrenamt aus ihrem beruflichen täglichen Leben. Ehrenamtliche bringen viel Wissen und vor allem Engagement in der Kirchengemeinde ein. Dies sollte mehr zum Tragen kommen.

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